Die fünf Säulen der AML-Compliance verstehen
Ein Überblick über die Grundpfeiler der Geldwäsche-Bekämpfung: Risikoanalyse, KYC, Transaktionsüberwachung, Meldepflichten und Dokumentation.
Lesen Sie mehrNicht jede ungewöhnliche Transaktion ist verdächtig — aber Sie müssen wissen, worauf Sie achten müssen. Ein praktischer Leitfaden zu Mustern und Indikatoren.
Geldwäsche findet nicht mehr nur in Bars und Restaurants statt. Sie verbirgt sich in Bankkonten, Überweisungen und alltäglichen Geschäftstransaktionen. Das Problem: Sie können verdächtige Aktivitäten nur erkennen, wenn Sie wissen, wonach Sie suchen müssen.
Die Anforderungen sind streng. Das Geldwäschegesetz (GwG) verlangt von Ihnen als Steuerberater oder Accountant, verdächtige Muster zu identifizieren und zu melden. Aber was genau ist verdächtig? Wo verläuft die Grenze zwischen normaler Geschäftstätigkeit und illegaler Aktivität?
In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen konkrete Indikatoren, die Sie kennen sollten. Sie’ll lernen, welche Transaktionsmuster Alarm schlagen sollten, wie Sie systematisch vorgehen und was Sie dokumentieren müssen.
Verdächtige Transaktionen folgen oft erkennbaren Mustern. Das Gute: Wenn Sie diese Muster verstehen, können Sie sie schnell identifizieren.
Ein Klient führt mehrere kleine Überweisungen durch, um unter die Meldegrenze von 10.000 Euro zu bleiben. Statt eine große Summe auf einmal zu überweisen, werden es fünf Überweisungen à 1.900 Euro. Das ist verdächtig. Wenn Sie ein Muster von knapp unter 10.000 Euro sehen — mehrfach pro Woche oder Monat — sollten Sie aktiv werden.
Geld kommt herein, geht sofort wieder raus. Innerhalb von 24 oder 48 Stunden verlässt das Geld das Konto in eine andere Richtung. Das deutet darauf hin, dass das Konto als Durchgangsstation genutzt wird — ein klassisches Zeichen von Geldwäsche.
Überweisungen ohne erkennbaren wirtschaftlichen Grund. Ein Klient überweist 15.000 Euro an ein Unternehmen, mit dem er keinerlei bekannte Geschäftsbeziehung hat. Es gibt keine Rechnung, keinen Vertrag, keine plausible Erklärung.
Es gibt mehr als 30 mögliche Indikatoren für verdächtige Aktivitäten. Sie können’t alle im Kopf behalten — aber Sie sollten die wichtigsten kennen:
Das Wichtigste: Sie don’t brauchen absolute Sicherheit. Sie brauchen einen „hinreichend begründeten Verdacht”. Das ist ein wichtiger Unterschied. Auch wenn Sie nicht 100% sicher sind — wenn mehrere Indikatoren zusammenkommen, müssen Sie melden.
So überprüfen Sie Transaktionen professionell und dokumentieren Ihre Ergebnisse korrekt.
Bevor Sie eine Transaktion als verdächtig einstufen, verstehen Sie den Hintergrund. Ist dies der erste Auftrag des Klienten? Passt die Transaktion zu seiner bekannten Geschäftstätigkeit? Ein plötzlicher großer Auftrag kann legitim sein — oder nicht.
Verlangen Sie Belege. Rechnung, Vertrag, Lieferschein — was auch immer für die Transaktion relevant ist. Fehlende oder mangelhafte Dokumentation ist ein Warnsignal. Dokumentieren Sie, was der Klient vorlegt (oder nicht vorlegt).
Fragen Sie direkt nach. „Warum diese Überweisung zu diesem Zeitpunkt? Wer ist der Empfänger wirklich?” Oft klären sich Missverständnisse auf. Aber wenn die Antwort ausweichend ist oder die Erklärung nicht passt — das ist relevant für Ihre Bewertung.
Dokumentieren Sie Ihre Überprüfung schriftlich in der Klientendatei. Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass ein Verdacht besteht, melden Sie dies der FIU (Finanzermittlungsunit) — schnell, vertraulich und vollständig.
Theorie ist gut, Praxis ist besser. Hier sind konkrete Schritte, die Sie sofort umsetzen können:
Wenn Ihre Software Transaktionen über bestimmten Schwellwerten automatisch flaggen kann — nutzen Sie das. 10.000 Euro, 50.000 Euro, ungewöhnliche Länder. Lassen Sie die Technik für Sie vorfiltern.
Don’t warten, bis ein Kunde Probleme verursacht. Überprüfen Sie monatlich oder quartalsweise die Konten Ihrer Klienten systematisch. Das ist effizienter als ständig reagieren zu müssen.
Schreiben Sie auf, was Sie über jeden Klienten wissen. Branche, Umsatzgröße, typische Transaktionspartner. Das wird Ihre Baseline für „verdächtig” oder „normal”.
Transaction Monitoring ist nicht kompliziert — es erfordert Aufmerksamkeit und System. Sie müssen keine Detektive sein. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten müssen, und dann konsequent handeln.
Verdächtige Muster erkennen: Strukturierung, zirkuläre Geldflüsse, rechnungslose Überweisungen
Systematisch vorgehen: Kontext, Dokumentation, Klärung, Meldung
Proaktiv nicht reaktiv: Regelmäßig überprüfen statt ständig reagieren
Dokumentieren Sie alles: Ihre Überprüfungen, Ihre Gespräche, Ihre Entscheidungen
Das Risiko für Ihr Büro ist nicht gering. Unzureichende Überwachung führt zu Bußgeldern, Reputationsverlust und im schlimmsten Fall zu strafrechtlichen Konsequenzen. Aber mit den richtigen Prozessen und etwas Aufmerksamkeit schützen Sie Ihr Büro — und helfen damit, illegale Finanzströme zu unterbinden.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zum Thema Transaction Monitoring und verdächtige Aktivitäten. Er stellt keine rechtliche Beratung dar. Die Anforderungen an die Geldwäschebekämpfung sind komplex und unterscheiden sich je nach Branche und Geschäftsmodell. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Fragen zu Ihren spezifischen Compliance-Anforderungen mit einem Fachanwalt oder einem AML-Compliance-Experten zu beraten. Die Verantwortung für die Einhaltung der Geldwäschebekämpfungsvorschriften liegt bei Ihnen als Steuerberater oder Accountant.