Die fünf Säulen der AML-Compliance verstehen
Ein Überblick über die Grundpfeiler der Geldwäsche-Bekämpfung: Risikoanalyse, KYC, Transaction Monitoring und mehr.
Mehr erfahrenKnow Your Customer ist nicht optional. Erfahren Sie, welche Informationen Sie sammeln müssen, wann Überprüfungen notwendig sind und wie Sie diese dokumentieren.
Know Your Customer (KYC) ist eine Grundpflicht in der Compliance. Es geht nicht darum, paranoid zu sein — es geht darum, dass Sie wissen, mit wem Sie arbeiten. Die Anforderungen sind klar, die Strafen für Nichtbeachtung sind erheblich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie’s richtig machen, ohne in der Bürokratie zu ersticken.
Die meisten Buchhalter verstehen KYC falsch. Sie denken, es ist eine einmalige Aufgabe beim Onboarding — fertig. Aber KYC ist ein kontinuierlicher Prozess. Sie müssen Ihre Kunden überprüfen, deren Aktivitäten monitoren und die Informationen aktuell halten. Das ist die Realität.
Ein strukturierter Ansatz, der sich bewährt hat
Sammeln Sie grundlegende Informationen. Name, Adresse, Geburtsdatum, Ausweisnummer — diese Daten müssen verifiziert werden. Das ist nicht optional, und Sie sollten die Originaldokumente sehen, nicht nur Kopien.
Nicht alle Kunden sind gleich. Ein lokales Einzelhandelsgeschäft hat ein anderes Risikoprofil als ein internationales Handelsunternehmen. Bewerten Sie das Risiko basierend auf Branche, Geschäftstätigkeit und geografischer Lage.
Wo kommt das Geld her? Das ist entscheidend. Sie müssen verstehen, woher die Mittel stammen und ob sie legitim sind. Das gilt besonders bei größeren Transaktionen oder ungewöhnlichen Mustern.
KYC endet nicht nach dem ersten Tag. Sie müssen die Kundenaktivitäten regelmäßig überprüfen. Wenn sich etwas Wesentliches ändert — neue Geschäftspartner, andere Transaktionsmuster, Umzug — aktualisieren Sie die Informationen.
Das ist die praktische Seite. Sie müssen nicht alles wissen, aber bestimmte Informationen sind nicht verhandelbar. Hier ist die Checkliste, die Sie brauchen:
Hier’s die harte Realität: Wenn Sie es nicht dokumentiert haben, hat es nicht stattgefunden. Das ist nicht nur eine Faustregel — das ist das Gesetz. Sie müssen nachweisen können, dass Sie KYC durchgeführt haben. Das bedeutet Aufzeichnungen.
Speichern Sie Kopien aller Ausweisdokumente. Dokumentieren Sie das Datum der Überprüfung. Notieren Sie, wie Sie die Identität verifiziert haben — persönlich, per Video-Identifikation oder mit anderen Methoden. Bewahren Sie Ihre Risikoanalyse auf — schreiben Sie auf, warum Sie diesen Kunden als niedrig-, mittel- oder hochrisiko eingestuft haben. Halten Sie fest, welche Informationen Sie zur Quelle der Mittel gesammelt haben.
Die meisten Behörden erwarten, dass Sie diese Unterlagen mindestens fünf Jahre aufbewahren. Digital ist besser als Papier — einfacher zu verwalten und weniger anfällig für Verlust. Aber das System muss sicher sein und mit Datenschutzgesetzen konform.
Nicht jede Anomalie ist verdächtig, aber Sie sollten wissen, worauf Sie achten müssen
Ein Kunde kann nicht genau erklären, woher sein Geld kommt oder was er geschäftlich macht? Das ist ein Problem. Legitime Geschäfte können ihre Quellen erklären.
Geschäfte mit Ländern, die auf Sanktionslisten stehen oder bekannt für Geldwäsche sind. Auch Offshore-Strukturen ohne klaren wirtschaftlichen Grund verdienen Aufmerksamkeit.
Ein Kunde, der normalerweise kleine Transaktionen macht, überweist plötzlich riesige Summen. Oder die Transaktionen entsprechen nicht dem beschriebenen Geschäft.
Wenn ein Unternehmen die tatsächlichen Eigentümer nicht offenlegen will oder mehrere Ebenen von Zwischengesellschaften nutzt — das ist verdächtig.
PEPs (Politically Exposed Persons) — Politiker, hochrangige Beamte, ihre Familien — erfordern erhöhte Sorgfalt. Überprüfen Sie immer gegen internationale Sanktionslisten.
Das ist die offensichtliche rote Flagge. Aber manchmal sind die Fälschungen gut. Verwenden Sie mehrere Überprüfungsmethoden und trauen Sie Ihrem Instinkt.
Die Theorie ist wichtig, aber wie sieht das in der Praxis aus? Hier sind bewährte Strategien, die funktionieren:
Moderne KYC-Lösungen automatisieren Dokumentenprüfung und Sanktionslistenabfragen. Das spart Zeit und reduziert Fehler. Sie müssen nicht alles manuell machen — nutzen Sie die verfügbaren Tools. Das ist keine Schwäche, das ist intelligent.
KYC sollte regelmäßig wiederholt werden — mindestens jährlich für Niedrigrisiko-Kunden, öfter für höhere Risiken. Setzen Sie sich Erinnerungen. Das ist kein lästiger Overhead — das ist Schutz.
Schreiben Sie auf, wie Sie KYC durchführen. Welche Dokumente brauchen Sie? Wie überprüfen Sie die Identität? Welche Schwellenwerte triggern erhöhte Sorgfalt? Ein schriftliches Verfahren schützt Sie und zeigt den Behörden, dass Sie das ernst nehmen.
Ihre Mitarbeiter sind Ihre erste Verteidigungslinie. Sie müssen wissen, worauf sie achten sollen und wie man verdächtige Aktivitäten meldet. Regelmäßige Schulungen sind nicht optional — sie sind erforderlich und halten Ihr Team aktuell.
“KYC ist nicht nur eine Compliance-Anforderung — es ist eine Geschäftssicherheit. Wer Ihre Kunden sind und woher ihre Mittel stammen, das sollte die Grundlage jeder Geschäftsbeziehung sein. Ignorieren Sie das auf Ihre Gefahr hin.”
— Compliance-Leiter, internationales Rechnungsbüro
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zu KYC-Anforderungen und AML-Compliance. Die genauen Anforderungen können je nach Ihrer spezifischen Situation, Ihrer Branche und den geltenden Gesetzen variieren. Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie einen Compliance-Experten oder Rechtsanwalt, um die Anforderungen für Ihre spezifische Situation zu klären.